Zölle gegen EU-Waren: Das sagen Prognosemärkte
Es ist eine der – zumindest aus deutscher Sicht – wichtigsten Fragen im noch jungen Börsenjahr 2025: Wird US-Präsident Donald Trump Strafzölle gegen Waren aus der Europäischen Union einführen? Und wenn ja, wie hoch werden sie ausfallen?
In seiner ersten Kabinettssitzung hat Trump nun erklärt, dass eine Entscheidung getroffen worden sei, es ginge um 25 Prozent Zölle „für Autos und alle anderen Dinge“. Trotzdem scheint weiterhin unklar zu sein, ob und wann der US-Präsident seine Drohungen in die Tat umsetzen wird. Das spiegelt sich auch in den sogenannten Prediction Markets wider. Beispielsweise auf der Plattform Polymarket laufen die Wetten.
Prediction Markets: Wie hoch werden die Zölle auf EU-Waren ausfallen?
Prediction Markets (oder deutsch: Prognosemärkte) sind ein Trend aus den USA. Hier kann jeder User Geld auf die Entwicklung politischer, ökonomischer oder gesellschaftlicher Themen wetten. Auf einer der größten Plattformen Polymarket läuft bis Ende Juni beispielsweise die Wette, wie hoch die Zölle auf EU-Waren ausfallen werden.
Gestern noch glaubten 46 Prozent der Teilnehmer an der Wette, dass es bis Ende Juni keine flächendeckenden Zölle auf EU-Waren geben wird. 32 Prozent hielten eine Spanne von 10 bis 20 Prozent für wahrscheinlich und nur rund 14 Prozent glaubten an 20 bis 30 Prozent.
Nach den jüngsten Aussagen von Trump hat sich auch das Bild auf Polymarket gewandelt. Nun rechnen jeweils gut 40 Prozent damit, dass es entweder keine flächendeckenden Zölle auf EU-Waren bis Ende Juni geben wird oder diese zwischen 20 und 30 Prozent landen werden.
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Quelle: https://polymarket.com
Strafzölle und Zollkrieg – es bleibt unübersichtlich
Prediction Markets wie sie zum Beispiel auf der Plattform Polymarket zu finden sind, geben einen interessanten Überblick auch zu wichtigen ökonomischen Themen wie etwa Strafzöllen. Denn hier zeigt sich durch die Schwarmintelligenz eine echte Tendenz, wohin die Reise gehen kann. Ob man hier wirklich Geld auf das Eintreten bestimmter Ereignisse wetten sollte, ist dagegen mindestens fragwürdig.
Im Fall von Donald Trumps Strafzöllen gegen Güter aus der EU ist das ohnehin eine komplexe Gemengelage. Diese scheinen nun näher zu rücken und auch die 25 Prozent könnten Realität werden. Ob Trump mit „alle anderen Dinge“ allerdings tatsächlich alle EU-Waren meint oder doch nur ausgewählte, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Anleger sollten sich von News aus dem Weißen Haus in jedem Fall nicht verrückt machen lassen – dasselbe gilt im Übrigen für die Prediction Markets.