Trumps Zölle bedrohen auch US-Autohersteller

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Donald Trump hat gestern neue Zölle verkündet. Unter anderem auch für Autoimporte. Diese könnten ein Schnitt ins eigene Fleisch sein. Zumindest für bestimmte Unternehmen oder Branchen.

Die US-Großbank JPMorgan hat die Auswirkungen der neuen 25%-Zölle auf große US-Autohersteller analysiert und alarmierende Zahlen präsentiert.

Milliardenschwere Belastungen durch Zölle

Vor allem General Motors (GM) wäre stark betroffen: Die zusätzlichen Kosten könnten sich auf bis zu 14 Milliarden Dollar summieren – eine Summe, die den gesamten globalen Gewinn des Unternehmens aufzehren würde.

Dies liegt an GMs Importstruktur, denn 52 % der in den USA verkauften Fahrzeuge werden im Inland produziert, während 30 % aus Kanada und Mexiko stammen und 18 % aus anderen Regionen importiert werden.

Auch Ford wäre massiv betroffen, wenn auch in geringerem Ausmaß als GM. JPMorgan schätzt die zusätzlichen Kosten für Ford auf rund 6 Milliarden Dollar – was etwa 75 % des globalen Gewinns aufzehren würde.

Der Hauptgrund für die geringeren Auswirkungen liegt in Fords höherer Inlandsproduktion: 77 % der Fahrzeuge werden in den USA gefertigt, 21 % stammen aus Kanada und Mexiko, nur 2 % kommen aus anderen Regionen.

Die Zölle betreffen nicht nur fertige Fahrzeuge, sondern auch importierte Teile. GM müsste etwa 10 Milliarden Dollar für Zölle auf importierte Autos zahlen und weitere 4 Milliarden Dollar für importierte Teile. Bei Ford wären es 2 Milliarden Dollar für importierte Fahrzeuge und 4 Milliarden Dollar für Teile.

Drohende Unrentabilität für Detroit, JPMorgan senkt Kursziele

Sollten die Zölle in Kraft treten, könnte dies das nordamerikanische Geschäftsmodell der Detroiter Autobauer in eine strukturelle Unrentabilität treiben. Die hohen Zusatzkosten könnten zu tiefgreifenden Umstrukturierungen oder Preisanpassungen führen.

Als Reaktion auf diese Analyse hat JPMorgan die Kursziele der betroffenen Unternehmen gesenkt: Das Ziel für GM wurde von 64 auf 53 Dollar reduziert, das für Ford von 13 auf 11 Dollar. Trotz der schlechten Aussichten bleibt JPMorgan jedoch optimistisch und hält an der „Übergewichten“-Empfehlung für beide Aktien fest. Was rauchen die eigentlich?

Die zentrale Frage bleibt: Wird Donald Trump mit dieser Politik Wähler gewinnen oder verlieren? Und wie reagiert er dann? Mit diesen Risiken würde ich derzeit die Finger von Autoaktien lassen. Auch von europäischen, auch wenn die Bewertungen verlockend erscheinen. Die Risiken sind einfach zu groß.