Trump erklärt der Welt den Zollkrieg – Gold steigt weiter
Jetzt wissen auch 5-Jährige, wie sich Donald Trump die Welt der Zölle vorstellt. In gewohnt simpler Sprache hat der US-Präsident Mittwochabend der Welt den Zollkrieg erklärt. Sämtliche Importe in die USA werden mit einer Strafsteuer belegt. Noch höhere Zölle gibt es für die „schlimmsten Übeltäter“. Und damit meint er vor allem die EU. „Wir wurden belogen, betrogen, vergewaltigt“, sagte Trump. „Ausländische Plünderer haben unseren amerikanischen Traum zerstört.“
Höhere Zölle für die „schlimmsten Übeltäter“
Selbst einen Tag nach dem Rundumschlag ist noch immer nicht klar, wie die reziproken Zölle gegen nahezu alle Länder der Welt berechnet wurden. Klar ist aber, dass die USA mit ihrer Vorgehensweise gegen die Abkommen der WTO verstoßen, die sie selbst unterschrieben haben. Trump beschädigt damit seit Jahrzehnten etablierte Lieferketten und Handelsströme. Er will aus den USA ein Produzentenland machen. Das wird schon deshalb nicht funktionieren, da ihm dafür die Arbeitskräfte fehlen. Trumps drastische Migrationspolitik macht sich bereits jetzt bemerkbar. In Florida wird in Gesetz vorbereitet, das den Arbeitsschutz für Minderjährige lockert, sodass Kinder sogar an Schultagen länger als 8 Stunden oder nachts arbeiten dürfen.
USA treffen sich selbst am härtesten
Wenn die US-Zölle tatsächlich so umgesetzt werden, wie von Trump gestern Abend angekündigt, wird sich ein Trend fortsetzen, der sich schon jetzt abzeichnet – den größten Schaden werden die US-Verbraucher haben. Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) wird der Schaden für Deutschland eher „unterdurchschnittlich“ sein. Im Gegensatz dazu treffen sich die USA „selbst am härtesten“, so Julian Hinz, Professor für Internationale Volkswirtschaftslehre an der Universität Bielefeld. Schon jetzt steigt seit Trumps Amtsantritt die Inflation in den USA, während sie in Europa sinkt. Damit hat die US-Notenbank kaum Spielraum für Zinssenkungen. Dafür werden eine ganze Reihe von importierten Vorprodukten durch die neuen US-Zölle immer teurer, die nicht so einfach ersetzt werden können. Aus Salz kann man eben nicht einfach Pfeffer machen.
Grandiose Selbstüberschätzung
Mit seinen pauschalen Zöllen auf nahezu alle Einfuhren in die USA aus anderen Ländern überschätzt Trump auch die wirtschaftliche Bedeutung seines eigenen Landes. Der Anteil der USA am weltweiten BIP sinkt seit Jahren. Derzeit beträgt er 14,9%, fast gleichauf mit der EU mit 14,7%. Trump stellt sich also gegen 85% der Weltwirtschaft. Mit diesem Kampf wird er scheitern. Und Europa sollte nicht den Fehler begehen, sich zu unterschätzen.
Richten Sie Ihr Depot neu aus, Gold weiter Schwerpunkt
Europa ist stärker als gedacht, wenn es vereint auftritt. Noch ist nicht absehbar, wie die EU auf die Trump-Zölle reagieren wird. China hat heute scharfe Gegenmaßnahmen ergriffen. Der US-TV-Sender CNN berichtet heute von einem „Realitätsschock der Wall Street“, unter den institutionellen Investoren mehren sich die Zweifel an der Kompetenz von Trump. Entsprechend panisch reagieren auch die Börsen. Der Ausverkauf kann aber auch schnell wieder ins Gegenteil umschlagen.
Klar ist nämlich, dass sich abseits der USA neue wirtschaftliche Allianzen bilden werden. Dazu werden Lateinamerika, China, Japan und Indien gehören. Und genau sollten Sie auch Ihr Depot ausrichten und weiterhin einen Schwerpunkt auf Gold legen.