Stürmischer, tiefroter Handelstag

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An den Börsen geht es heute drunter und drüber: Die neuen Zollmaßnahmen von US-Präsident Donald Trump lassen die Märkte zittern. Der DAX steht vor einem tiefroten Tag und dürfte unter die Marke von 22.000 Punkten rutschen. Der Dow Jones wird heute Nachmittag voraussichtlich zwei Prozent tiefer starten, der Nasdaq 100 dürfte um mehr als drei Prozent einbrechen.

Kein Wunder also, dass Investoren nach sicheren Häfen suchen. Gold ist gefragt wie selten, und auch Staatsanleihen erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Volatilität bleibt hoch, und Analysten warnen vor weiteren Turbulenzen. „Niemand möchte ins fallende Messer greifen“, so die Meinung von Marktbeobachtern.

Tesla taumelt, Amazon zockt und Siemens kauft ein

Tesla schockierte zunächst mit schwachen Produktions- und Lieferzahlen, doch dann die Kehrtwende: Trotz eines Einbruchs von sechs Prozent zu Handelsbeginn schlossen die Aktien letztlich mit einem satten Plus von 5,3 Prozent. Der Grund? Elon Musk könnte bald eine geringere Rolle in Trumps Regierung spielen. Medienberichte über seinen rückläufigen Einfluss beflügelten die Papiere.

Amazon sorgt für Schlagzeilen mit seinem angeblichen Interesse an der Kurzvideo-Plattform TikTok. Die „New York Times“ berichtet, dass der E-Commerce-Riese eine Offerte eingereicht hat. Doch Insider bleiben skeptisch, ob das Angebot ernst gemeint ist. Neben Amazon gilt auch Oracle als potenzieller Käufer.

Siemens steht angeblich kurz vor der Übernahme des US-Softwareunternehmens Dotmatics für fünf Milliarden US-Dollar. Offiziell schweigt man noch, doch die Nachrichtenagentur Bloomberg will aus gut informierten Kreisen von der bevorstehenden Mega-Transaktion erfahren haben. An der Börse reagierte man verhalten: Die Siemens-Aktie legte auf Tradegate um ein mageres halbes Prozent zu.

ProSiebenSat.1 steht vor einer Übernahme durch den italienischen Medienkonzern MediaForEurope (MFE). Die Italiener haben 5,74 Euro je Aktie geboten, doch Experten zweifeln an der großen Begeisterung der Aktionäre. Die 30-Prozent-Hürde dürfte MFE dennoch nehmen, was zu einer „schleichenden Kontrollübernahme“ führen könnte.

Handelskrieg 2.0?

Donald Trump sorgt für ein weltweites Börsenbeben. Seine neuesten Zollpläne sind aggressiv und beispiellos. Ab Samstag erheben die USA pauschale Zölle von zehn Prozent auf alle Importe, dazu kommen massive Sonderzölle für einzelne Staaten: Die EU muss sich auf 20 Prozent einstellen, Japan auf 24 Prozent, China sogar auf 54 Prozent.

Trump feiert diesen Tag als „Tag der Befreiung“ der USA. Doch ob es wirklich ein Befreiungsschlag oder der Auftakt zu einer neuen Rezession ist, bleibt abzuwarten. Kritiker warnen vor einer Eskalation des Handelskonflikts und steigender Inflation.

Die internationalen Märkte haben bereits reagiert: Der Nikkei 225 fiel um bis zu 4,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit August 2024, konnte sich aber bis zum Handelsende von diesen Tiefstständen etwas erholen

Die kommenden Tage versprechen extreme Volatilität. Schnallen Sie sich deshalb lieber an – die Achterbahnfahrt hat gerade erst begonnen!