Prosus will Just Eat Takeaway.com übernehmen
Auf dem internationalen Lieferdienst-Markt hat eine Übernahme-Mitteilung zum Wochenbeginn für viel Wirbel gesorgt. So hat die niederländischen Beteiligungsfirma Prosus mitgeteilt, dass Sie den ebenfalls in den Niederlanden ansässigen Lieferdienst Just Eat Takeaway N.V. übernehmen möchte.
Beide Unternehmen haben bereits eine Übernahmevereinbarung unterschrieben. Kommt die Übernahme zustande, entsteht die weltweit viertgrößte Lebensmittel-Liefergruppe, so Prosus. Hierzu müssen Sie wissen, dass Prosus weltweit an zahlreichen Lieferdiensten beteiligt ist.
Bevor ich jedoch näher auf die Details der Übernahmevereinbarung eingehe, möchte ich Ihnen die am Deal beteiligten Unternehmen kurz vorstellen.
Die Unternehmen im Überblick
Der in Amsterdam beheimatete Lieferdienst Just Eat Takeaway.com N.V. ist in 17 Ländern tätig. In seinen Märkten verbindet das Unternehmen 61 Mio. Kunden mit über 356.000 lokalen Partnern.
Als eine der bekanntesten Markenplattformen für Essenslieferungen in Europa hat Just Eat Takeaway.com eine hohe Markenbekanntheit in den meisten seiner Märkte. In Deutschland und Österreich ist das Unternehmen unter der Marke Lieferando und in der Schweiz als Just Eat tätig.
Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschafteten die mehr als 13.0000 Mitarbeiter von Just Eat Takeaway.com einen Jahresumsatz von 5,1 Mrd. Euro und erzielten ein bereinigtes EBITDA von 460 Millionen Euro.
Die in Amsterdam ansässige Prosus N.V. ist laut eigenen Angaben einer der größten Technologieinvestoren der Welt. Die Beteiligungsgesellschaft konzentriert sich auf den Aufbau bedeutender Unternehmen in den Bereichen Online-Kleinanzeigen, Lebensmittellieferungen, Zahlungsverkehr und Finanztechnologie sowie Bildungstechnologie.
Prosus hat weltweit mehr als 10 Mrd. US-Dollar im Bereich der Lebensmittelzustellung investiert. Zum Portfolio des Investors zählen iFood, Delivery Hero und Meituan. Prosus hält außerdem einen Anteil von 25% an Swiggy, einer führenden Plattform für die Lieferung von Lebensmitteln in Indien.
Bereits in 2019 versuchte Prosus, Just Eat zu übernehmen, verlor aber den Bieterwettkampf gegen Takeaway.com. Die Prosus-Aktien sind an der Euronext Amsterdam gelistet, eine Zweitnotierung besteht an der Johannesburger Börse.
Weitere Details über den Deal
Prosus beabsichtigt, das gesamte ausgegebene Aktienkapital von Just Eat Takeaway.com zu einem Preis von 20,30 Euro je Aktie im Rahmen eines öffentlichen Barangebots an der Amsterdamer Börse zu erwerben. Die Offerte bewertet den niederländischen Lieferdienst mit stolzen 4,1 Mrd. Euro.
Das Angebot beinhaltet eine Übernahmeprämie von 63% bezogen auf den Schlusskurs der Just Eat Takeaway-Aktie vom 21. Februar 2025, dem letzten Börsentag vor Bekanntgabe des Angebots, und einer Prämie von 49% bezogen auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 3 Monate.
Prosus wird die Transaktion vollständig aus vorhandenen Mitteln finanzieren. Die Vorstandsmitglieder des niederländischen Lieferdienstes und auch der CEO, Jitse Groen, haben sich verpflichtet, ihre Aktien im Rahmen des Angebots anzudienen. Zusammen halten sie etwa 8,1% der Aktien.
So reagierte die Börse
Die Bekanntgabe des Übernahmeangebots sorgte für einen massiven Kurssprung bei Just Eat Takeaway. Die Aktie des Lieferdienstes stieg am Montag an der Börse in Amsterdam um stolze 54% und ging mit einem Stand von 19,15 Euro aus dem Handel.
Damit lag der Kurs nur noch geringfügig unter den von Prosus gebotenen 20,30 Euro. Die Anleger gehen offensichtlich davon aus, dass die Übernahme problemlos über die Bühne gehen wird.
Die Prosus-Aktie hingegen verlor gestern deutlich. Der Kurs brach um fast 9% ein und lag bei Börsenschluss nur noch bei 41,93 Euro. Investoren sind anscheinend der Auffassung, dass der Übernahmedeal zu teuer ist.
So soll es weitergehen
Die Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen, einschließlich der behördlichen Genehmigungen. Es wird erwartet, dass das Closing bis zum Jahresende realisiert werden kann.