ThyssenKrupp-Aktie: Der Trump-Fall
Donald Trump hat wieder zugeschlagen. Der US-Präsident verhängte gestern Zölle auf Aluminium und Stahl. 25 % sollen die jeweiligen Importeure aus (annähernd) der ganzen Welt zahlen. Die Börsen haben sich dennoch nicht davon abhalten lassen, neue Rekorde zu avisieren. Der Dax steigt heute deutlich. Angst hat also kaum jemand. Wenn Sie sich mit ThyssenKrupp beschäftigen, sehen Sie jedoch durchaus hinter den großen Bewegungen einige kleinere Aspekte der Trump-Maßnahme.
ThyssenKrupp: Der Markt hat hier etwas Sorge
Immerhin hat der Markt die Aktie um annähernd -2,8 % nach unten geschickt. Die Aktie fiel auf rund 4,50 Euro. Die Kurse sind damit zweifelsohne noch immer im Aufwärtstrend. Die Aktie bleibt letztlich interessant.
ThyssenKrupp wird ohnehin am 13. Februar, also in zwei Tagen, seine Zahlen zum 1. Quartal veröffentlichen. Diese Zahlen bilden den Verlauf des ersten Quartals ab, da das Geschäftsjahr bereits zum 1. Oktober 2024 begonnen hat. Diese Zahlen geben einen interessanten Einblick in das Geschäft.
Generell scheint die Aktie vor diesen Zahlen recht günstig zu sein, trotz der gestiegenen Kurse. Das KGV liegt bei in etwa 7 (bezogen auf die geschätzten Ergebnisse zum laufenden Jahr). Für das nächste Geschäftsjahr erwarten die Märkte sogar steigende Unternehmensgewinne und damit ein KGV in Höhe von ca. 5,4. Das wäre ausgesprochen günstig.
ThyssenKrupp: Die politische Hoffnung!
Ob die Schätzungen allerdings korrekt sind, hängt auch ein wenig davon ab, wie die Bundestagswahl am 23.2. verläuft. Denn die Bundestagswahl entscheidet letztlich auch über die Zukunft von „grünem Stahl“, auf den die ThyssenKrupp setzt. „Grün“ ist die Stahlproduktion der Definition nach dann, wenn die Energiezufuhr aus Erneuerbaren Energien stammt. Dafür wird hier Wasserstoff als Speicher- und Transportmedium eingesetzt.
Der politische Streit in dieser Angelegenheit ist durchaus heftig. Friedrich Merz und andere konservative Politiker halten staatliche Subventionen für grünen Stahl für zu teuer. Grüner Stahl gilt eigentlich als nicht wettbewerbsfähig. Naturgemäß sieht ThyssenKrupp dies zumindest öffentlich anders.
Das derzeit grün geführte Wirtschaftsministerium wiederum ist gleichfalls der Meinung, hier entstünde eine Zukunftsindustrie. Deshalb muss ich Ihnen meine Bedenken mitteilen. Nicht Donald Trump ist hier mit den oben genannten Handelszöllen das gegenwärtige Problem, sondern vor allem die deutsche Politik. Nicht, weil ich eine Seite bevorzugen würde, sondern weil die Unsicherheit in dieser Frage gegenwärtig zu groß ist.
ThyssenKrupp: Ein Trump-Opfer? – WKN: 750000 – ISIN: DE0007500001
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Quelle: https://fundamental.aktienscreener.com/