PayPal-Aktie: Rückschlag für Turnaround-Hoffnungen
Nach Jahren der Schwäche hatte es bei der PayPal-Aktie zuletzt Anzeichen für einen Turnaround gegeben. Doch die harte Reaktion der Anleger auf den Quartalsbericht sorgte diesbezüglich für einen Rückschlag. Abschreiben sollten Sie PayPal deswegen allerdings nicht.
Kurzportrait
Mit seinem gleichnamigen Online-Bezahldienst dominiert der US-Konzern PayPal das Geschäft mit Online-Transaktionen. In vielen Ländern ist PayPal die beliebteste Zahlungsmöglichkeit bei Internet-Einkäufen. Nach einem enormen Wachstumsschub in der Corona-Pandemie konnte das Wachstum und die Gewinnmargen in den vergangenen Jahren nicht mehr überzeugen.
Gemischte Quartalszahlen schmecken Anlegern gar nicht
In den vergangenen Jahren war PayPal in puncto Quartalsberichte längst nicht mehr so zuverlässig wie zuvor. Ergebnisse unter den Erwartungen und/oder enttäuschende Prognosen kamen öfter vor, als es den Aktionären lieb sein konnte.
Zuletzt gab es diesbezüglich Anzeichen für eine Besserung. Doch offenbar hatte das die Erwartungen wieder (zu) hoch geschraubt. Der jüngste Quartalsbericht – mit positiven wie negativen Aspekten – wurde jedenfalls von den Anlegern zum Anlass für Verkäufe genommen.
Dabei sahen die Zahlen von PayPal zum vierten Quartal auf den ersten Blick sehr gut aus: Sowohl der Umsatz von 8,37 Mrd. US-Dollar als auch der Gewinn von 1,11 US-Dollar pro Aktie und die Gewinnprognose für das laufende Quartal übertrafen die Analystenprognosen. Allerdings gab es auch zwei Haare in der Suppe: Das Transaktionsvolumen stieg nicht so stark wie erwartet und aufgrund steigender Kosten ist die operative Gewinnmarge im vierten Quartal gesunken.
Hoffnung auf Turnaround hat einen Dämpfer erhalten
Die Aktie von PayPal gab im Anschluss an den Quartalsbericht die seit Oktober angesammelten Gewinne wieder ab. Trotz einiger Schwächen fällt diese Reaktion schon etwas überraschend aus – ein Umstand, auf den zahlreiche Analysten hingewiesen haben.
Auf jeden Fall hat die Hoffnung vieler Anleger auf einen nachhaltigen Turnaround bei PayPal einen Dämpfer erhalten – nicht mehr und nicht weniger. Sollten die nächsten Zahlen wieder stimmen, dürften die Anleger, die der Aktie jetzt den Rücken gekehrt haben, zurückkommen.
Aktie ist günstig bewertet
Die Bewertung spricht jedenfalls für die Aktie. Derzeit wird PayPal nur noch mit dem 16-Fachen des für das laufende Jahr prognostizierten Gewinns pro Aktie bewertet. In den vergangenen Jahren haben die Anleger dem Wert oftmals das Doppelte zugebilligt. Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis erscheint mit 2,3 recht günstig.
Jetzt dürfte es vor allem darauf ankommen, wie schnell PayPal die Anleger wieder von seinem Turnaround überzeugen kann. Hier war der Konzern eigentlich auf einem guten Weg und der Quartalsbericht enthielt diesbezüglich auch mehr Licht als Schatten. Sollten die nächsten Quartalszahlen wieder überzeugen, könnte sich das aktuelle Kursniveau als Schnäppchen erweisen.
Falls Sie zu den langfristig orientierten Anlegern zählen, die stark gestiegenen Kursen nicht gerne hinterherlaufen und stattdessen lieber auf Nachzügler setzen, lohnt es sich jedenfalls, die PayPal-Aktie auf dem Schirm zu haben.