Fuchs Petrolub-Aktie: Wie es nach der Kursdelle weitergeht

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Vor allem bei sogenannten Value-Anlegern ist die Fuchs Petrolub-Aktie beliebt. Die starke Marktposition und die hervorragende langfristige Geschäftsentwicklung bringen die Aktie immer wieder in den Fokus von wertorientierten Investoren. Doch letzte Woche geriet die Aktie vorübergehend unter Druck, obwohl der Schmierstoffhersteller einen Rekordgewinn verbuchen konnte. Offenbar war es der Ausblick, der den Anlegern die Stimmung etwas verdarb.



Fuchs Petrolub: Weltweiter Marktführer bei Schmierstoffen



Bevor ich auf den Verkauf näher eingehe, möchte ich Ihnen den Familienbetrieb näher vorstellen: Bereits im Jahr 1931 in Mannheim gegründet, ist Fuchs Petrolub ein richtiger Traditions-Konzern. Mittlerweile beschäftigt man knapp 6800 Mitarbeiter in 50 Ländern und verfügt über 33 Produktionsstätten.



Fuchs Petrolub ist das weltweit führende unabhängige Schmierstoff-Unternehmen. Bei Einbeziehung der erdölproduzierenden Firmen bekleidet es weltweit die Position des neuntgrößten Schmierstoff-Herstellers.



Starke Marktposition in Nischenmärkten



Der Schmierstoff-Riese beliefert über 100.000 Kunden in mehr als 100 Ländern. Er hat vor allem bei margenstarken Nischen-Produkten führende Marktpositionen inne und ist Zulieferer der Automobil-industrie (Motoröl-Erstabfüllung). Wichtigste Rohmaterialien für den Konzern sind Grund-Öle, die von Rohöl-Raffinerie-Betreibern und Additive, die von Firmen der chemischen Industrie bezogen werden.



Der Familienbetrieb legt großen Wert auf die hauseigene Entwicklungs-Abteilung, um den Kunden maßgeschneiderte Produkte liefern zu können. Immerhin beschäftigt Fuchs Petrolub rund 9% des Personals im Bereich Forschung und Entwicklung.



Rekordergebnis in 2024



Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Schmierstoffhersteller beim Vorsteuerergebnis (EBIT) einen neuen Rekord verbuchen. Obwohl der Umsatz mit 3,5 Milliarden Euro nur auf dem Vorjahresniveau lag, kletterte der Gewinn vor Zinsen und Steuern um 5% auf 434 Millionen Euro. Entsprechend erreichte der Konzern eine EBIT-Marge von 12,3% nach 11,6% in 2023. Rückenwind gab es vor allem durch fallende Rohstoffpreise. 



Allerdings lag das Ergebnis sowohl beim Umsatz als auch beim Vorsteuergewinn unter der vor einem Jahr avisierten Prognose (3,7 Milliarden Euro Umsatz und 460 Millionen Euro EBIT).

 

Fuchs im laufenden Jahr auf Wachstumskurs



Unterdessen peilt die Konzernführung für das laufende Geschäftsjahr weitere Zuwächse an, auch wenn das konjunkturelle Umfeld weiterhin herausfordernd bleibt. Der Umsatz soll auf rund 3,7 Milliarden Euro ansteigen. Beim EBIT stellt das Management ebenfalls eine Verbesserung auf 460 Millionen Euro in Aussicht (+5,9%). Mit konsequentem Kostenmanagement sollen inflationsbedingte Kostensteigerungen aufgefangen werden. 



Dividendenaristokrat par excellence



Derweil soll die Dividende von 1,10 auf 1,16 Euro (je Stammaktie) und von 1,11 auf 1,17 Euro (je Vorzugsaktie) angehoben werden. Das wäre die 23. Dividendensteigerung in Folge. Bezogen auf den Gewinn je Aktie von 2,29 je Stammaktie beziehungsweise 2,30 Euro je Vorzugsaktie liegt die Ausschüttungsquote bei rund 50%. 



Fazit: Das abgelieferte Zahlenwerk war grundsolide. Allerdings lag die Planung für 2025 unter der für 2019 abgegebene Mittelfristplanung. Das Vorsteuerergebnis wurde damals 40 Millionen Euro höher erwartet. An dem robusten Geschäftsmodell und der hohen Qualität ändert dies allerdings wenig. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 und einer Dividendenrendite von knapp über 3% können sich langfristig orientierte Anleger die Aktie durchaus auf die Beobachtungsliste setzen.