Atos-Aktie: Wie Börse nicht geht
In den vergangenen Tagen erreichten uns Meldungen aus Frankreich, wo mit teils zweistelligen Gewinnen die Aktie von Atos auf sich aufmerksam machte. Ich erhalte von Ihnen gelegentlich Fragen danach, ob „günstige“ Aktie nicht einen Kauf wert sind. Atos wäre ein solcher Fall, der gemeint sein könnte. „Günstig“ heißt hier, der Titel kostet nur 0,003 Euro. So funktioniert die Börse leider nicht.
Der Aktienkurs von Atos ist ein absolutes No Go
Die Atos ist durch eine extrem hohe Verschuldung aufgefallen und hat binnen eines Jahres zwischen 98 % und 99 % verloren. Die Börsen haben hier auf die Situation des vorgeblichen Pleite-Unternehmens reagiert. Im Zuge eines Restrukturierungsprozesses dann hat das Unternehmen es geschafft, Gläubiger dazu zu bewegen, Aktien zu kaufen. Dafür wurden alte Verbindlichkeiten verwendet.
Diese neuen Aktien haben den ohnehin schon extrem niedrigen Aktienkurs noch verwässert. Wie zu erwarten, bleibt die Aktie mit 0,002 Euro oder auch 0,003 Euro am Boden kleben. Dieser Aktienkurs allein ist ein großes Hindernis und keine Chance, wie Sie vielleicht unterstellen könnten.
0,003 Euro entsprechen 0,3 Euro-Cent, also ein Drittel eines Cent. Die Aktie ist selbstverständlich billig. Sie müssen nur wenige hunderte Euro einsetzen, um eine stattliche Anzahl an Aktien zu erwerben. Dazu kommt die Vorstellung, dass aus 0,3 Euro-Cent natürlich auch schnell 0,005 Euro-Cent werden könnten. Tatsächlich ist diese Art der Zockerei vergleichsweise aussichtslos.
Die großen Investoren werden einfach der Aktie fernbleiben
Große Investoren werden der Aktie fernbleiben, wenn sie nicht schon investiert haben. Denn die Investoren haben kein Interesse daran, mit kleinen Zockern in einem Boot zu sitzen, die mit wenigen hundert Euro die Kurse bewegen können. Dieses Verbot gilt praktisch für Fonds, für Versicherungen, für Pensionsfonds oder auch für Versorgungswerke und oft auch in Family Offices.
Wenn aber das große Geld ohnehin nicht investiert, wird ohne ein Wunder auch nichts passieren, was planbar wäre. Es kann sein, dass Zocker den Kurs kurz nach oben bewegen, es kann sein, dass die Aktie künstlich noch einmal nach unten getrieben wird. All das ist nicht kalkulierbar und nicht planbar.
Es gibt immer wieder Meldungen dazu, dass Atos eventuell die Aktien zusammenlegen kann. Ein solcher Reverse Split würde 1.000, 10.000 oder 100.000 Papiere bündeln, um dann pro Aktie einen höheren Kurs auszuweisen. So ließe sich zumindest die Handelbarkeit sicherstellen. Wenn Sie über Atos nachdenken, dann wäre gerade ein solcher Schritt jedenfalls wünschenswert.
Atos: Reine Zockerei – WKN: 877757 – ISIN: FR0000051732
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Quelle: https://fundamental.aktienscreener.com/visualizations/FR0000051732/XMUN/atos-se