Array Technologies-Aktie mit Kurskapriolen

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Erneuerbare Energien gelten als aussichtsreicher, langfristiger Wachstumsmarkt. Durch die geopolitische Entwicklung und den Klimawandel stand der gesamte Sektor auch bei den Anlegern lange Zeit im Mittelpunkt. Allerdings geriet der Sektor in den letzten Quartalen gehörig unter Druck. Sinkende Preise drücken auf die Gewinnspanne und der Ausbau der Fabriken schürt die Angst vor Überkapazitäten. Zumal auch der vielerorts schwächelnde Bausektor die Stimmung zusätzlich belastete.

Eine Aktie, die eine extreme Achterbahnfahrt hinter sich hat, ist Array Technologies. Die Aktie klettert von knapp unter 3 Dollar (Mai 2016) bis auf 51 Dollar (18. Januar 2021) in die Höhe. Was folgte, war ein beispielloser Kursrutsch. Ende Februar diesen Jahres konnten Anleger die Aktie wieder für knapp über 5 Dollar einsammeln, bevor eine Gegenbewegung einsetzte. Am Freitag schoss die Aktie um 16% nach oben und ging bei 6,15 Dollar aus dem Handel.

Array Technologies sorgt für mehr Effizienz bei Solaranlagen

Array Technologies ist ein 1989 gegründetes Unternehmen für erneuerbare Energien, das bewährte Solar-Tracking-Lösungen im Versorgungsbereich anbietet. Dabei bietet das Unternehmen Nachführsysteme für Solaranlagen an.

Das Hauptprodukt des Unternehmens ist ein integriertes System aus Stahlstützen, Elektromotoren, Getrieben und elektronischen Steuerungen, das als einachsiger Tracker bezeichnet wird. Die Nachführsysteme sind so konzipiert, dass ein Motor mehrere Reihen von Solarmodulen über gelenkige Antriebsverbindungen antreibt.

Smarte Software steigert die Energieproduktion

Die SmarTrack-Software des Unternehmens nutzt standortspezifische historische Wetter- und Energieproduktionsdaten in Kombination mit Algorithmen des maschinellen Lernens, um die Position einer Solaranlage in Echtzeit zu ermitteln und ihre Energieproduktion zu steigern.

Laut Unternehmensangaben lässt sich durch die Array Technology-Systeme der Energieertrag um 25% steigern, womit sich die um 11% höheren Projektkosten deutlich überkompensieren lassen.

Zu den Kunden von Array Technologies zählen Ingenieur-, Beschaffungs- und Baufirmen sowie Solarentwickler, Versorgungs-Unternehmen und unabhängige Stromerzeuger. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen in New Mexico, Vereinigte Staaten.

Array Technologies mit Umsatzknick

Zuletzt liefen die Geschäfte extrem schwach: Im vierten Quartal sackte der Umsatz um 19,4% auf 275 Millionen Dollar in den Keller. Das war unter anderem auf eine geringere Nachfrage, verzögerte Großprojekte und Preisdruck zurückzuführen. Trotz des Rückgang wurden die Analystenschätzungen um 5,87 Millionen Dollar übertroffen (Quelle: Seekingalpha). Damit ergibt sich für das Gesamtjahr 2024 ein Umsatzeinbruch um 41,9% auf 915,8 Millionen Dollar.

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 141 Millionen Dollar inklusive einer Firmenwertabschreibung von 74 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal erzielte der Konzern noch 6 Millionen Dollar Gewinn.

Dickes Auftragspolster sorgt für Lichtblick

Unterdessen gab es aber auch einige Lichtblicke im Zahlenwerk. So konnte der Umsatz zum Vorquartal (Q3 2024) wieder um 19% gesteigert werden. Zudem sind die Auftragsbücher prall gefüllt: Zuletzt stieg der Auftragsbestand um 10% auf 2 Milliarden Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr 2025 hat das Management einen Umsatz zwischen 1,05 und 1,15 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Das entspricht einem Wachstum zwischen 14% und 25%. Unter dem Strich soll ein bereinigter Gewinn von 60 bis 70 Cent je Aktie (2024: 60 Cent) hängen bleiben.

Analysten sind geteilter Meinung

Derweil sind die Analysten zurückhaltend. Von 25 Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 14 zum Kauf der Papiere. Zehn Experten sehen in dem Titel eine Halteposition und ein Analyst votiert zum Verkauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 8,59 Dollar allerdings 40% über dem aktuellen Aktienkurs (Kurs am 07.03.2024: 6,15 Dollar). Der Börsenwert des Unternehmens beträgt momentan 934 Millionen Dollar. Auf Basis der Spanne der Gewinnschätzungen handelt die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 bis 10.