Nach rabenschwarzem Donnerstag schwarzer Freitag?

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Was für ein Tag gestern. Die Euphorie ist verflogen – und das nicht nur in Frankfurt. Der DAX erwacht am Freitag mit schwerem Kopf und setzt die Talfahrt wohl weiter fort. Damit wird der tiefste Stand seit acht Wochen markiert. Sollte der DAX unter 21.500 Punkte rutschen, könnte die 100-Tage-Linie bei etwa 21.200 Punkten zum rettenden Strohhalm werden.

Auch jenseits des Atlantiks wurde’s ungemütlich: Der Dow Jones hat seinen kleinen Erholungstrip beendet und ist auf das niedrigste Niveau seit September 2024 zurückgefallen – ein Wochenabschluss im Minus von fast 5 %. An der Nasdaq wurde es gar dramatisch: zweistellige Verluste, Chipaktien im freien Fall, und der Nasdaq 100 büßte über 5 % an einem einzigen Tag ein. Willkommen zurück im Bärenland?

In Asien war ebenfalls Katerstimmung angesagt – zumindest dort, wo überhaupt gehandelt wurde. In Japan rauschte der Nikkei nach unten, während Börsen in China, Taiwan & Co. wegen Feiertagen verschnupft geschlossen blieben – ein Gutes hatte es: Weniger Volumen, weniger dramatische Entwicklungen.

Unternehmensnachrichten

Inmitten des Börsenbebens gibt’s auch positive Schlagzeilen: Mercedes-Benz bleibt dem Standort Deutschland treu und investiert einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in eine neue, nachhaltige Lackieranlage in Sindelfingen. Sparsamer, grüner, roboterreicher – ab 2028 soll sie in Betrieb gehen.

Und während auf dem Börsenparkett die Kurse purzeln, klimpern die Kassen bei den DAX-Konzernen: Rekordnahe Dividenden trotz Wirtschaftsflaute! Ganze 54 Milliarden Euro werden ausgeschüttet – fast so viel wie im Rekordjahr zuvor. 14 Unternehmen zahlen sogar Rekordbeträge, darunter Allianz, Siemens, Munich Re und Deutsche Börse.

Allerdings: Der Auto-Sektor lässt Federn. BMW, Mercedes-Benz und VW kürzen die Dividenden.

Bei den US-Tech-Schwergewichten hingegen hagelte es Verluste: Apple verlor über 9 %, besonders wegen der zollbedrohten Fertigung in China. Chipwerte wie Micron, Broadcom und NXP sackten zweistellig ab – einzig Intel konnte sich dem Strudel entziehen, dank Kooperationsgerüchten mit TSMC.

Fazit: Besonnen agieren

Die Rekordlaune ist vorerst passé. Anleger blicken mit wachsender Nervosität auf Zölle, Zinsen und Zukunft. Doch wer Nerven hat – oder Dividenden liebt – findet auch in diesen Tagen Lichtblicke. Es wird turbulent, aber genau dafür lieben wir die Börse doch, oder?