Siemens-Aktie: Strategische US-Übernahme

Der Kurs der Siemens-Aktie ist in den letzten beiden Handelstagen deutlich gesunken und hat seit gestern Vormittag rund 11 Prozent verloren. Aktuell notiert das Papier bei etwa 191,50 Euro und damit satte 21 Prozent unter dem Allzeithoch von 244 Euro aus Anfang März (Stand: 04. April 2025, ca. 11 Uhr).
Damit hat die Siemens-Aktie die bisherigen Kurszuwächse aus 2025 in weniger als zwei Tagen wieder abgegeben. Der Grund ist die aktuelle Schwäche des Gesamtmarktes und die starke Unsicherheit aufgrund der Zoll-Eskalation von US-Präsident Donald Trump. An der strategischen Übernahme von Dotmatics, einem Software-Konzern aus Boston in den USA, liegt die jüngste Entwicklung nicht.
Siemens kauft erneut ein US-Software-Unternehmen
Ordentliche 5,1 Milliarden US-Dollar lässt sich Siemens die Übernahme von Dotmatics kosten. Das Unternehmen aus Boston ist im Bereich Software für Forschung und Entwicklung – etwa für die Analyse wissenschaftlicher Daten für die Pharma-Branche – tätig und soll die Sparte Life Sciences (deutsch: Biowissenschaften) stärken sowie das KI-Software-Portfolio von Siemens ausbauen.
Für Siemens ist dieser strategische Zukauf schon die zweite Mega-Investition in den USA in den letzten Monaten. Bereits Ende Oktober 2024 hatte der Konzern aus München den Kauf von US-Industriesoftwarefirma Altair Engineering verkündet. Diese Übernahme des Konzerns aus Michigan hatte bereits 10,6 Milliarden US-Dollar gekostet – die zweitgrößte Übernahme von Siemens in der Konzerngeschichte.
Siemens-Aktie: Das stimmt zuversichtlich
Die Übernahme von Dotmatics ist mit 5,1 Milliarden Dollar nicht gerade günstig. Doch das Unternehmen erwartet für 2025 voraussichtlich gut 300 Millionen US-Dollar Umsatz und eine EBITDA-Marge von mehr als 40 Prozent – das Software-Unternehmen ist also sehr profitabel. Noch wichtiger ist die Branche von Dotmatics.
Denn Siemens positioniert sich immer stärker im Wachstumsfeld Life Sciences und erweitert sein Portfolio im Bereich Digitalisierung und KI-gestützte Software. Beide Käufe – Dotmatics und Altair Engineering – könnten sich für Siemens vor allem langfristig bezahlt machen. Nach der jüngsten Übernahme-Meldung haben auch die RBC Bank (245 Euro) und Jefferies (261 Euro) ihre Kursziele für die Siemens-Aktie bestätigt.

Quelle: https://aktienscreener.com