Vonovia-Aktie vor weiteren Einbußen

Vonovia-Aktie vor weiteren Einbußen
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Viele deutsche Aktien gingen zuletzt regelrecht durch die Decke. Zu den Profiteuren der heute auch vom Bundesrat beschlossenen Schuldenorgie zählen neben Rüstungsproduzenten und Bauunternehmen auch Banken.

Verlierer sind hingegen Immobilien-Unternehmen. Auch der Branchenprimus Vonovia muss sich auf Gegenwind einstellen.

Vonovia: größter deutscher Immobilienkonzern

Der Bochumer Immobilienkonzern (ehemals: Deutsche Annington) ist mit einem Portfolio von über 480.000 Wohnungen der mit Abstand größte Vermieter von Wohnimmobilien in Deutschland. Hinzu kommen Bestände von knapp 40.000 Wohnungen in Schweden und 21.000 Wohnungen in Österreich.

2021 übernahm Vonovia die Deutsche Wohnen. Der kleinere Konkurrent aus Berlin ist nach wie vor an der Börse gelistet. Vonovia hält aber rund 87% der Anteile. Über einen Gewinn- und Beherrschungsvertrag soll die Tochter enger eingebunden werden.

Vonovia schreibt erneut rote Zahlen

Mitte der Woche legte der Konzern die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 vor. Wegen einer weiteren Abwertung seines Immobilienportfolios musste Vonovia erneut einen Verlust von 962 Mio. Euro ausweisen. 2023 hatte das Unternehmen sogar ein Minus von fast 6,8 Mrd. Euro hinnehmen müssen. Trotz des Verlusts soll die Dividende um 36% auf 1,22 Euro je Aktie steigen. Daraus errechnet sich eine überdurchschnittliche Dividendenrendite von 4,8%.

Für das laufende Jahr 2025 bestätigte das Unternehmen seine Prognose und stellt unverändert einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2,7 bis 2,8 Mrd. Euro in Aussicht, nach 2,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr.

Die sich abzeichnende Erholung am Immobilienmarkt könnte durch die jüngste Entwicklung allerdings im Keim erstickt werden. Schon im Vorfeld hatte das in dieser Woche beschlossene Schuldenpaket für einen sprunghaften Anstieg der Zinsen gesorgt. Und einiges spricht dafür, dass dies erst der Anfang war. Das ist nicht nur für Häuslebauer negativ, sondern auch für Immobilien-Unternehmen, weil sich dadurch die Refinanzierung verteuert.

Quelle: www.aktienscreener.com

Der Trend zeigt klar nach unten

Der Aktienkurs reagierte erwartungsgemäß mit Einbußen. Während der DAX haussiert, fiel die Vonovia-Aktie in dieser Woche mit rund 25 Euro auf den tiefsten Stand seit April 2024. Noch im Herbst war der Kurs mit der Aussicht auf fallende Zinsen auf rund 34 Euro geklettert.

Mittlerweile zeigt der Trend aber ganz klar nach unten. Die 200-Tage-Linie, die klar unterschritten wurde, beginnt nach unten zu drehen. Wo die Vonovia-Aktie einen Boden finden wird, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Sowohl aus fundamentaler wie auch aus charttechnischer Sicht kann die Devise bei Vonovia derzeit nur lauten: Finger weg!