Clearlake bietet nach Kursrückgang für Dun & Bradstreet

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Seit 1841 sammelt Dun & Bradstreet (D&B) fleißig Unternehmensdaten und hat sich dabei einen Namen als verlässlicher Lieferant von Geschäftsinformationen gemacht. Doch auch ein Unternehmen mit fast zwei Jahrhunderten auf dem Buckel ist nicht vor den Launen des Marktes gefeit. Nachdem D&B 2020 an die Börse zurückgekehrt war, hat der Aktienkurs eine Talfahrt hingelegt und rund zwei Drittel seines Wertes eingebüßt. Nun hat die Private-Equity-Firma Clearlake Capital Group beschlossen, D&B in einem Milliarden-Deal zu übernehmen und das Unternehmen erneut von der Börse zu nehmen.

Der Preis des Wissens: 7,7 Milliarden Dollar

Clearlake Capital lässt sich die Übernahme von D&B einiges kosten: 9,15 Dollar pro Aktie in bar, was einer Gesamtsumme von 7,7 Milliarden Dollar entspricht. Diese Summe beinhaltet auch die bestehenden Schulden von D&B. Die Finanzierung des Deals erfolgt durch eine Kombination aus Eigenkapital und Fremdfinanzierung.

D&Bs Geschäftsmodell: Daten, Daten und noch mehr Daten

Dun & Bradstreet ist ein globaler Anbieter von Geschäftsdaten und Analysen, der Unternehmen dabei unterstützt, fundierte Entscheidungen zu treffen, Risiken zu managen und Wachstumschancen zu identifizieren. Das Herzstück des Unternehmens ist die sogenannte „Data Cloud“, eine umfangreiche Datenbank mit Informationen zu über 500 Millionen Unternehmen weltweit.

In den zurückliegenden sechs Jahren hat der Konzern seinen Umsatz um ca. 40% auf zuletzt 2,3 Milliarden Dollar erhöht. Zeitgleich verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Absicherungen um 60%, die Margen wurden also um fast 600 Basispunkte erhöht und der Verschuldungsgrad von 9 auf 3,6 gesenkt.

Für 2025 plant das Unternehmen mit einem organischen Umsatzwachstum von 3% bis 5% auf 2,44 bis 2,5 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA soll derweil zwischen 955 und 985 Millionen Dollar erwartet.

Ein Déjà-vu der besonderen Art

Für D&B ist dies nicht das erste Mal auf dem Übernahme-Karussell. Bereits 2018 wurde das Unternehmen von einer Investorengruppe übernommen und 2020 wieder an die Börse gebracht. Nun, nur wenige Jahre später, steht erneut eine Privatisierung an. Diese wiederholten Eigentümerwechsel werfen Fragen zur langfristigen Strategie und Stabilität des Unternehmens auf.

Bieterkampf ist möglich

Die Vereinbarung sieht einen „Go-shop“-Zeitraum vor, in dem Dun & Bradstreet mit Unterstützung von BofA Securities aktiv nach alternativen Vorschlägen sucht, diese bewertet und möglicherweise Verhandlungen mit ihnen aufnimmt und ihnen Zugang zur Due-Diligence-Prüfung gewährt. Die Go-shop-Periode beträgt 30 Tage.

Gestern Abend lag der Aktienkurs bei 8,94 Dollar und notiert damit unter dem Niveau der Barofferte von 9,15 Dollar. Ob ein rivalisierender Bieter auftritt, werden die nächsten Wochen zeigen.

Was bringt die Zukunft?

Die Übernahme von D&B durch Clearlake Capital könnte dem Traditionsunternehmen die nötige Ruhe und finanzielle Stabilität verschaffen, um sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Ob dies gelingt oder ob D&B in einigen Jahren erneut den Besitzer wechselt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: In der Welt der Unternehmensdaten bleibt es spannend.