AMD greift mit ZT Systems-Deal Nvidia frontal an

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Im August gab AMD den geplanten Milliardenkauf von ZT Systems bekannt, jetzt meldet der Chip-Konzern Vollzug. AMD hat die Übernahme des Herstellers von Hyperscale-Servern für 4,9 Milliarden Dollar abgeschlossen, nachdem der Chipkonzern zuvor bereits 1 Milliarde Dollar investiert hatte.

Mit der Transaktion soll das Portfolio an KI-Chips und Hardware ausgebaut werden. Damit ist der Deal nicht weniger als ein Frontalangriff auf den Rivalen Nvidia.

AMD auf Wachstumskurs

Advanced Micro Devices  ist ein global aufgestelltes Halbleiterunternehmen. Der Konzern entwicket High-performance CPUs und GPUs. Die Grundlage jeder CPU (Prozessor) und GPU (Grafikprozessor) sind Halbleiterplatinen. Forschung, Design und Produktion der Chips sind getrennt. AMD macht dabei nur die Forschung und das Design. Sie arbeiten „fabless“, also ohne eigene Fabrik.

In den vergangenen Jahren war der Konzern auf strammen Wachstumskurs. Von 2016 bis 2024 kletterten die Umsätze von 4,31 auf 25,78 Milliarden Dollar in die Höhe. Gleichzeitig verbesserte sich der Nettogewinn von -498 Millionen Dollar auf 1,64 Milliarden Dollar.

Der große Plan: Warum AMD zuschlägt

AMD ist in den letzten Jahren auf die Überholspur gewechselt. Vom ewigen Intel-Herausforderer mauserte sich das Unternehmen zum ernsthaften Marktführer in mehreren Segmenten – von High-End-Prozessoren bis hin zu GPUs für KI-Anwendungen. Doch eine Baustelle blieb: die Cloud-Server-Sparte. Hier dominieren bislang Intel und Nvidia, vor allem dank starker Beziehungen zu Hyperscalern wie Amazon, Microsoft und Google.

ZT Systems ist genau in diesem Bereich aktiv und liefert Serverlösungen für Cloud-Riesen. Mit der Übernahme hofft AMD, sich einen größeren Teil dieses hochprofitablen Marktes zu sichern – und damit seinen größten Rivalen weiter unter Druck zu setzen.

ZT Systems keine kleine Nummer

Dass der Deal keine kleine Nummer ist, zeigt auch ein Blick in die Bücher des Zielobjekts. ZT Systems erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 10 Milliarden Dollar und ist damit ein bedeutender Akteur im Bereich Server- und Rechenzentrumsinfrastruktur. Mit der Übernahme wechseln rund 1000 Ingenieure von ZT Systems zu AMD, was zu einem erhöhten Verkauf von Grafikprozessoren führen soll.

Nach dem Deal plant AMD, das Fertigungsgeschäft von ZT Systems zu verkaufen. Zugleich will sich der Konzern verstärkt auf das Systemdesign konzentrieren. Dieser strategische Fokus soll helfen, hochprofitable Spezialprozessoren für KI schneller und effizienter in den Markt zu bringen. Laut AMD soll ZT Systems bis Ende 2025 einen positiven Beitrag zur Bilanz des Unternehmens leisten.

Blick in die Zukunft: Wo geht die Reise hin?

Mit ZT Systems hat AMD nun eine direkte Verbindung zu den größten Cloud-Anbietern der Welt. Doch die eigentliche Frage ist: Kann das Unternehmen diesen Vorteil in Marktanteile ummünzen? Der Wettbewerb bleibt brutal. Nvidia drängt mit seinen KI-GPUs aggressiv in die Cloud, während Intel trotz aller Probleme weiterhin tief in den Infrastrukturen vieler Rechenzentren verwurzelt ist.

Für AMD bedeutet das: Die nächsten Jahre entscheiden über den Erfolg dieses Deals. Falls es gelingt, die neuen Kapazitäten klug zu nutzen, könnte AMD einen gewaltigen Schritt nach vorn machen. Falls nicht, bleibt die Übernahme ein teurer Versuch, den Status quo zu ändern – mit ungewissem Ausgang.

Fazit:

AMD geht volles Risiko – mit Potenzial für hohe Gewinne. Die Übernahme von ZT Systems zeigt, dass AMD nicht nur mitspielen, sondern das Spiel dominieren will. Die Strategie ist nachvollziehbar, die Chancen groß. Doch mit jedem großen Schritt steigt auch das Risiko. Anleger sollten die Entwicklung genau im Auge behalten – denn hier entscheidet sich, ob AMD zur absoluten Nummer eins aufsteigen kann oder ob der Deal zum Stolperstein wird.