Aktien-Beautycase: ELF’s Comeback gegen ODD’s KI-Offensive
Oddity Tech (ISIN: IL0011974909; NYSE: ODD) positioniert sich überzeugend als Technologie-First-Unternehmen, das den 600 Mrd. USD schweren Beauty-Markt mit einem datengetriebenen Direct-to-Consumer-Ansatz revolutioniert. Die Verbindung aus KI-gestützter Personalisierung und direktem Kundenzugang ermöglicht dem Unternehmen ein überdurchschnittliches Wachstum und attraktive Margen in einem traditionell fragmentierten Markt.
Beauty-Disruptor mit KI-Powered D2C-Strategie
Das Geschäftsmodell von Oddity basiert auf einem konsequenten D2C-Ansatz, bei dem beeindruckende 95 % des Umsatzes über den Online-Direktvertrieb generiert werden. Entscheidend für den Erfolg ist die datengetriebene Entscheidungsfindung mittels der unternehmenseigenen Planet Insights Platform, die über 50 Millionen Nutzerprofile umfasst und präzise Produktentwicklung sowie zielgerichtetes Marketing ermöglicht. Das aktuelle Markenportfolio umfasst IL MAKIAGE im Kosmetikbereich und SpoiledChild für Hautpflege, wobei die vertikale Integration durch das eigene Forschungslabor ODDITY LABS zusätzliche Differenzierung durch wissenschaftsbasierte Produktinnovation schafft.
Das operative Momentum bleibt beeindruckend stark. Im vierten Quartal 2024 stieg der Umsatz um 27 % auf 124 Mio. USD, während das Gesamtjahr 2024 ebenfalls ein Umsatzplus von 27 % auf 647 Mio. USD verzeichnete. Besonders positiv zu bewerten sind die qualitativen Verbesserungen: Der durchschnittliche Bestellwert konnte um 12 % gesteigert werden, und die zunehmende Bedeutung von Wiederholungskäufen deutet auf eine wachsende Kundenbindung hin. Mit einem EPS von 0,20 USD übertraf das Unternehmen deutlich die Konsenserwartung von 0,13 USD.
Expansion und zukünftige Wachstumschancen
Für die Zukunft hat Oddity mehrere vielversprechende Wachstumstreiber identifiziert. 2025 plant das Unternehmen den Launch einer dritten Marke mit Fokus auf Telemedizin für Hautprobleme, was eine sinnvolle Erweiterung des bestehenden Portfolios darstellt. Die internationale Expansion mit gezielten Wachstumsinitiativen in Kanada, Großbritannien und Deutschland eröffnet zusätzliches Potenzial in noch unerschlossenen Märkten. CEO Oran Holtzman projiziert ambitioniert, dass sowohl IL MAKIAGE als auch SpoiledChild bis 2028 jeweils einen Umsatz von 1 Mrd. USD erreichen werden.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025 prognostiziert das Management einen Umsatz zwischen 776 und 785 Mio. USD sowie ein bereinigtes EPS von 1,94 bis 1,98 USD. Mit einem KGV25e von etwa 24 ist die Bewertung zwar sportlich, erscheint aber angesichts des Wachstumsprofils und der Marktopportunität durchaus vertretbar.
Aus technischer Sicht bereitet die Aktie einen potenziellen Big-Picture-Breakout vor. Obwohl die Fundamentaldaten mittelfristig höhere Kurse unterstützen, erscheint kurzfristig eine abwartende Haltung angebracht, bis sich der Chart-Ausbruch manifestiert. Die überzeugende Kombination aus digitalem Beauty-Geschäft und KI-Expertise bietet jedoch ein attraktives langfristiges Wachstumsprofil in einem fragmentierten Markt, der für Innovatoren erhebliche Chancen bereithält.
Die Herausforderungen von Elf Beauty
Elf Beauty (US26856L1035; NYSE: ELF) erlebte kürzlich einen dramatischen Kursrückgang von 60 % vom Höchststand, nachdem das Unternehmen nach 24 erfolgreichen Quartalen mit Umsatzwachstum und Marktanteilsgewinnen im Januar 2025 schwache Zahlen und eine reduzierte Prognose präsentierte. Die ehemals hochgeschätzte Wachstumsaktie, die mit dem 14-fachen des Umsatzes bewertet wurde, sieht sich nun mit mehreren Herausforderungen konfrontiert.
Temporäre Störfaktoren oder fundamentale Probleme?
Die Januar-Schwäche wird vom Management auf mehrere Faktoren zurückgeführt: Waldbrände in Kalifornien, die beauty-bezogene Social-Media-Gespräche reduzierten, Diskussionen über ein mögliches TikTok-Verbot und starke Rabattaktionen im vorhergehenden Quartal. Obwohl Google-Trends bereits eine leichte Erholung im Februar zeigen, bleibt abzuwarten, ob dies ein einmaliger Ausrutscher oder der Beginn eines längerfristigen Trends ist.
Wettbewerbsvorteile bleiben intakt
Elfs Geschäftsmodell – qualitativ hochwertige Kosmetik zu deutlich niedrigeren Preisen als Premium-Marken anzubieten – bleibt überzeugend. Mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 6 USD (verglichen mit 9 USD bei Massenmarken und über 20 USD bei Prestigemarken) und beeindruckenden Bruttomargen von 71 % hat Elf einen klaren Wettbewerbsvorteil. Die Marke konnte in den letzten 5 Jahren 565 Basispunkte Marktanteil gewinnen, während etablierte Konkurrenten Anteile verloren.
Auch die starke Digital-Präsenz mit über 3 Millionen App-Downloads und einem wachsenden Treueprogramm (5,6 Millionen Mitglieder, +20 % im Jahresvergleich) bleibt ein strategischer Vorteil.
Für langfristig orientierte Anleger könnte die aktuelle Bewertung von 23x des prognostizierten 2026er-Gewinns eine interessante Einstiegschance darstellen, vorausgesetzt das Unternehmen kann zu seinen zweistelligen Wachstumsraten zurückkehren.
