12 Mrd. Dollar Umsatz: Getränkedosen als Balls Goldgrube

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Die allererste Getränkedose wurde 1935 in den USA von der Firma „Krueger Brewing Company“ eingeführt. Sie war aus Stahl und mit Bier gefüllt. Die Stahldosen waren rund dreimal so schwer wie die heutigen Aluminiumdosen. Wer daraus trinken wollte, musste den gesamten Deckel ablösen. Aufgrund scharfer Kanten gab es eine große Verletzungsgefahr.

Rund 30 Jahre sollten ins Land gehen bis der Getränkedosenpionier von einer praktischeren Variante abgelöst wurde.

Die Ball Corporation (WKN: 860408) wurde 1880 in Buffalo, New York, gegründet und machte sich als Hersteller von Einmachgläsern und Zubehör einen Namen. Zur Diversifizierung stieg das Unternehmen in den 1950er-Jahren in die Luft- und Raumfahrtindustrie ein und begann nach der Übernahme der Jeffco Manufacturing Company 1969 mit der Produktion von Aluminium-Getränkedosen.

Chart Ball Corp, Quelle: Aktien Screener Investor Verlag

Ball revolutionierte den Öffnungs-Mechanismus

Aluminium war als Leichtmetall viel besser für die Produktion von Getränkedosen geeignet. Die Dosen waren leichter, konnten einfacher bedruckt werden und das Material war zu

100 % wiederverwertbar. Eine weitere wichtige Neuerung: Statt des bisher üblichen Aufrissdeckels führte Ball den Stay-on-Tab-Mechanismus ein. Das ist der heute bekannte Öffnungsmechanismus, bei dem die Trinköffnung nach innen gedrückt wird. Das war damals eine Innovation. So wurde unter anderem Coca-Cola auf Ball aufmerksam. Heute ist Ball der weltweit größte Hersteller von recycelbaren Aluminiumverpackungen für Getränke, Haushalts- und Körperpflegeprodukte.

Neben Coca-Cola zählen inzwischen weitere namhafte Unternehmen zum Kundenkreis der Ball Corporation, unter anderem Anheuser-Busch InBev, Redbull und die deutsche Brauerei Oettinger.

Das Geschäft mit den Getränkedosen spült Ball jährlich rund 12 Milliarden Dollar in die Kasse. Wegen sinkender Aluminiumpreise schrumpfte der Umsatz zwar zuletzt, was jedoch nicht dramatisch ist, weil Ball besondere Verträge hat. Die Aluminiumpreise werden direkt an die Kunden weitergegeben. Das gilt sowohl für sinkende als auch für steigende Preise. Die Preise für die Dosen schwanken dadurch, aber die Marge bleibt gleich. Seit 2016 lag der operative Gewinn jährlich bei über einer Milliarde Dollar.

Wie Trump den Gewinn beeinflussen könnte

Zu den stabilen Gewinnen könnte jetzt noch ein Gewinnschub aus dem Weißen Haus kommen. Donald Trump hat einen Zoll von 25 % auf Aluminium verhängt. Weil Ball 16 seiner 19 nordamerikanischen Produktionsstätten in den USA hat, könnte die Firma von Trumps „America-First-Politik“ profitieren.

Der mögliche Gewinnschub wird Ball guttun, weil das Unternehmen im letzten Jahr das Weltraum-Geschäft für fünf Milliarden verkauft hat, um Schulden abzubauen.

Historisch günstige Bewertung

Analysten rechnen in den kommenden Jahren mit einem Wachstum von 3 % pro Jahr. Die Bewertung mit dem 15-fachen des erwarteten Gewinns klingt da nicht besonders günstig. Historisch betrachtet ist sie es jedoch, da die Bewertung in den letzten 20 Jahren im Schnitt bei 17 lag.

Ball verdient auf jeden Fall einen Blick. Sie entscheiden dann, ob die Aktie des Unternehmens etwas für Ihr Depot wäre oder nicht.